Beschreibung
Ende des 19. Jahrhunderts kam eine beträchtliche Anzahl ungarischer Einwanderer in die Stadt Bridgeport, insbesondere aus dem Gebiet des Komitats Abaúj. Die seelsorgerische Betreuung der Gemeinde übernahm zunächst Pater István Csernitzky, der zunächst in der St.-Peter-Kapelle und später in der St.-Antonius-Kirche ungarischsprachige Messen zelebrierte. Aufgrund des raschen Wachstums der Gemeinde wurde 1896 die Pfarrei St. Stephan gegründet, zu deren erstem Pfarrer der Bischof György Csaba ernannte. Zu seiner Zeit, im Jahr 1899, wurde die Kirche erbaut, und aus Frankreich wurden Schwestern vom Heiligen Geist eingeladen, die das Bildungsleben der Pfarrei unterstützten.
Nach dem frühen Tod von György Csaba leiteten zunächst János Madár und dann Ödön Neurihrer die Pfarrei, bis ab 1914 für lange Zeit erneut István Csernitzky an die Spitze der Gemeinde trat. Seine 34-jährige Amtszeit als Pfarrer wurde zu einer prägenden Ära des ungarischen katholischen Lebens in Bridgeport. Seine Arbeit wurde von Hilfspfarrern unterstützt, darunter Franziskanermönche und Weltpriester, während die Gemeinde immer besser organisiert wurde. Zur Stärkung der Bildung und des Glaubenslebens unterrichteten ungarische Nonnen die Kinder, und die Pfarrei entwickelte sich zu einem bedeutenden spirituellen Zentrum.
Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war besonders reich an kirchlichen und gemeinschaftlichen Ereignissen. Zahlreiche bekannte ungarische Kirchenvertreter hielten hier Missionen und Exerzitien ab: unter anderem der Jesuit Béla Bangha, Feldbischof István Zadravecz, Tihamér Tóth und János Scheffler sowie Bischof István Hanauer. Diese Anlässe brachten nicht nur eine religiöse Erneuerung mit sich, sondern stärkten auch die ungarische Identität der Gemeinde. 1926 wurde eine neue Schule gebaut, und ein Jahr später wurde die Pfadfindergruppe gegründet, was deutlich zeigt, dass die Kirchengemeinde auch großen Wert auf die Erziehung der Jugend legte. Das persönliche Vorbild von István Csernitzky weckte in der Gemeinde zahlreiche Priester- und Ordensberufungen.
Der Pfarrer nahm auch aktiv an den großen Ereignissen des ungarischen kirchlichen Lebens teil: Er war bei den Feierlichkeiten zum St.-Imre-Jahr in Budapest sowie beim Eucharistischen Weltkongress 1938 anwesend, was die lebendigen Beziehungen zwischen der Diaspora und dem Mutterland verdeutlicht. 1946 feierte die Kirchengemeinde und ihr Pfarrer ihr goldenes Jubiläum, was die Stärke und Beständigkeit der Gemeinschaft unter Beweis stellte. Der Tod von István Csernitzky im Jahr 1948 bedeutete jedoch das Ende einer Ära.
Seine Nachfolger, Vince Bodnár und später Zoltán Seregély, bemühten sich zwar noch, die Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, doch die gesellschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen hatten bereits unumkehrbare Prozesse in Gang gesetzt. Die ungarische Bevölkerung zog nach und nach weg, der Stadtteil entvölkerte sich und wurde schließlich größtenteils abgerissen. Die Kirche wurde 1971 durch einen Brand zerstört, was sowohl im symbolischen als auch im tatsächlichen Sinne ein Kapitel in der Geschichte der ungarischen katholischen Gemeinde in Bridgeport abschloss. Daraufhin hob der Bischof die eigenständige Pfarrei auf und gliederte sie der ungarischen Kirchengemeinde in Fairfield an.
In den letzten Jahrzehnten lebt die ungarische Präsenz in Bridgeport nicht mehr in institutioneller Form weiter, sondern als historisches Gedächtnis. Durch den Wandel des Stadtteils und das Verschwinden der ehemaligen Gemeinschaftsräume ist auch das materielle Erbe der Pfarrei weitgehend verschwunden, doch ihre Geschichte veranschaulicht gut das Schicksal der ungarisch-katholischen Gemeinschaften in den USA: ein starker Anfang, ein blühendes institutionelles Leben, gefolgt von einem allmählichen Zerfall und einer Assimilation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.